Sougia in der Vergangenheit

Sougia war in der Antike unter dem namen Syia bekannt und war einer der Häfen der Stadt Elyros (im hügeligen Hinterland der Südküste).

Eine Vielzahl kleiner, unabhängiger Stadtstaaten war in der Föderation von Oreii zusammengeschlossen, eine Vereinbarung, die um 300 v.Chr. zwischen Elyros, Lissos, Irtakina,Tarra Syia und Pikilassos abgeschlossen wurde. Dies waren sechs Städte im heute äusserst schwach besiedelten Südwesten der Insel. Unter den Römern waren sie Mitglied in der Konföderation von Creta et Cyrene (Insel Kreta und Teile der lybisch-ägyptischen Küste).

Ruin in old Sougia

Es herrschte die römische Macht im Mittelmeerraum und Kretas strategische Position und aufrührerischer Geist führte die Insel unerbittlich in den Kampf um die Hoheit des Mittelmeeres. Syia florierte in der römischen Periode und den ersten christlichen Jahren. Es gibt einige Ruinen von römischen Häusern und Spuren von Aquädukten im östlichen Teil des Tales.
Nach der frühesten byzantinischen Periode verlieren sich die Meldungen über Sougia. Es war damals vermutlich nur noch eine kleine Fischersiedlung für die Dörfer oben in den Hügeln. (Livadas, Koustogerako und Moni).

 

 

Erst nach dem 2. Weltkrieg wurde Sougia wieder zu einem grösseren Dorf. Zu dieser Zeit führte keine Strasse vom Norden der Insel in diese Region, doch wurde für den Warenverkehr eine reguläre Schiffsverbindung ab Piräus eingerichtet. Die Waren wurden dann per Maulesel in die Dörfer des Hinterlandes gebracht. Bald existierten fünf Ladengeschäfte und einige Familien liessen sich in Sougia nieder. In den 1950er Jahren hatte Sougia eine Schule mit 150 Schülern. Als die fehlende Strasse in den Norden fertiggestellt war, verlor Sougia seine Wichtigkeit als Einkaufs- und Handelsdorf. Die meisten Dorfbewohner gingen zurück in die Dörfer, aus denen sie gekommen waren, oder emigrierten nach Amerika, Kanada, Australien oder aufs griechische Festland. So wurde Sougia wieder zu einem winzigen, verschlafenen Dorf.

In den sechziger Jahren wurde es durch Feriengäste wieder entdeckt und war in den 70 er Jahren recht populär unter den jungen Deutschen. Zu jener Zeit gab es kaum Zimmer zu mieten und lediglich einige kleine Tavernen boten Gerichte an, aber die zunehmende Bekanntheit des Dorfes (einige kehrten immer wieder zurück und erzählten von diesem hübschen Platz) ermutigte einige Landbesitzer, einige kleine Hotels zu bauen.